Biografieberatung -Trauma und Liebe

Biografieberatung -Trauma und Liebe

By am Okt 27, 2013 in Aktuelles, Biografieberatung, Partnerschule | 0 comments

In Beratungen mit Paaren stellt sich regelmäßig heraus, dass sich in jeder Beziehungen bestimmte Muster wiederholen, die früher oder später einen kritischen Punkt erreichen.  Oft handelt es sich dabei um Abhängigkeitsmuster, um subtilen oder offenen Machtmissbrauch. Wenn eine Beziehung nicht „funktioniert“ weist es in der Regel darauf hin, dass etwas Unbewusstes ins Bewusstsein gelangen will. Verhaltensmuster wie Feindseligkeit und Angriffslust können sich aber erst auflösen, wenn sie ins Bewusstsein gebracht werden.

Doch es braucht jemanden, der Sie achtsam und verantwortungsvoll in diesem Prozess begleitet.

Nie zuvor waren Beziehungen so problematisch und konfliktreich wie in unseren modernen Zeiten. Trennungen und Scheidungen nehmen rapide zu. Dennoch ist der Wunsch nach einer dauerhaften, vertrauensvollen und liebevollen Beziehung vorhanden. Was aber  führt immer wieder zum „Misslingen“?

Eine Ursache finden wir häufig in der Generationskette der Mütter und Großmütter, die kriegsbedingt Gewalterfahrungen und Verluste erlitten haben, die psychisch nicht zu bewältigen waren.

Die Traumaforschung weist darauf hin, dass in lebensbedrohlichen Situationen alle Stressprogramme versagen. So wird ein notwendiger „Überlebensanteil“ herausgebildet, der das Überleben in und nach der Traumasituation sichert. Das Erlebte wird abgespalten, verdrängt und geleugnet. Dadurch kommt es zu einer Entfremdung zwischen Körper und Psyche. Die Brücke der Gefühle wird damit unzugänglich.

Ist die Mutter durch Kriegs-und Nachkriegserfahrungen traumatisiert, ensteht im Bindungssystem ein Symbiosetrauma, da der Säugling im hohen Maße von der Mutter abhängig ist. Das Kind identifiziert sich – ohne es steuern zu können – mit den Überlebensanteilen der Mutter, um überhaupt emotionale Bindung zu spüren. Auf diese Weise lernt es, um Liebe zu kämpfen oder sich gegen übergriffige Nähe zu wehren.

Das Kind baut eigene Strategien auf, indem es der Mutter unterstützend zur Seite steht und macht dabei die Erfahrung, dass es ihm besser geht, wenn es auch der Mutter gut geht. Dies erzeugt Illusionen über das, was für Liebe gehalten wird.  Bleiben diese unbewussten Muster bestehen, wiederholen Erwachsene in jeder Liebesbeziehung den Mangel, den sie aus ihrer Kindheit kennen.

An dieser Stelle leistet die Traumarbeit in der Paarberatung einen wichtigen Beitrag. Sie macht sichtbar um welche Traumata es geht – es wird gefühlt, ob es sich um eigene oder übernommenen Gefühle  handelt –   Illusionen werden nach und nach erkannt –  Traumaerfahrungen können sich transformieren – die gesunden Anteile werden gestärkt – eine gesunde Liebesfähigkeit kann erlernt werden.

 

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