Mut zum Lebenswandel

 

Mut zum LebenswandelAls ich begann, dieses Buch zu schreiben, ging ein langgehegter Wunsch in Erfüllung, aus meiner langjährigen biografischen Arbeit mit Menschen zu berichten und die Lebensthemen der verschiedenen Altersstufen vorzustellen. Doch im Laufe des Schreibprozesses wurde mir immer klarer, dass diese Informationen allein nicht ausreichen, um Menschen zu inspirieren, sich dem inneren Wandel zu stellen. Immer wieder hielt ich inne, um nachzuspüren, was es denn wirklich braucht, um mutig auf seinem Lebensweg voranzuschreiten.

Die meisten Menschen sehnen sich zwar nach einer Veränderung und wünschen sie auch sehnlichst herbei, doch nur selten sind sie auch mit dem Weg dahin einverstanden. Veränderung soll möglichst einfach sein und schnell stattfinden, und selbstverständlich müssen die Ergebnisse positiv ausfallen. Damit kam ich der Ursache, warum es Mut zur eigenen Veränderung braucht, näher. Die uneingestandene Angst, dass wir etwas loslassen müssen und bis dahin Vertrautes verlieren, hindert uns daran, den Wandel freudig zu begrüßen. Und wie das so ist, wenn man zu schreiben beginnt, man macht auch einen eigenen Veränderungsprozess durch und reflektiert die Wege, die man bisher gegangen ist.

In meinem Leben gab es vielerlei Veränderungen. Einige habe ich selbst eingeleitet, etliche wurden mir aufgezwungen. Jedes Ergebnis fiel anders aus. Vieles war besser als erwartet, einiges war nur schwer zu akzeptieren. Ich weiß deshalb aus eigener Erfahrung, wieviel Mut zum Lebenswandel es braucht, wenn sich eine neue Lebensstufe ankündigt, die nach neuen Aufgaben und Entwicklungen verlangt. Viele Menschen berichten mir, dass sie sich wundern, warum der Körper bestimmte Signale sendet, wenn sie sich ärgern oder sorgen – weshalb die Psyche empfindsamer auf Kränkung und Ungerechtigkeit reagiert – und warum sie so rasch geistig und emotional ermüden. Genau diese inneren Fragen führen zu einem Wandel der eigenen Einstellungen und Haltungen.

Immer dann, wenn das Leben sich nicht nach unseren Vorstellungen richtet, wenn wir aus der Spur geraten und etwas in uns zusammenbricht, ist der Keim des Neuen schon angelegt. Wie wir allerdings mit dem neuen Saatgut umgehen, hängt auch von unseren Erfahrungen ab, die wir aus der Vergangenheit mitbringen. Und wie wir dann unsere Erkenntnisse sinnvoll nutzen, hängt wiederum von unserer Willenskraft ab. Deshalb ist jeder ein Pionier, wenn er die Lebensstufen zum Land des Alters betritt.

Dieses Buch ist in Zusammenarbeit mit Hermann Galle entstanden, mit dem ich zum damaligen Zeitpunkt Paarberatungen durchgeführt habe. Seine Erfahrungen in der Männerarbeit haben mein Buch bereichert.