Was erwartet mich? Fragen zur Paar-und Biografieberatung

Was erwartet mich? Fragen zur Paar-und Biografieberatung

By am Okt 30, 2016 in Aktuelles, Partnerschule | 0 comments

Was erwartet mich in der Paar-und Biografieberatung?

Um es vorweg zu nehmen, es gibt keine allgemeingültigen Rezepte für gelingende Beziehungen oder ein dauerhaft angenehmes Leben. Leben bedeutet Wandel und stetige Veränderung. Deshalb gehören Fehler, Irrtümer und Enttäuschungen ebenso dazu, wie Glück, Erfüllung und Erfolg. Wenn uns etwas misslingt, können wir hinfallen und aufgeben, wir können aber auch lernen, über Hindernisse zu springen.

Hindernisse sind Hemmnisse im Inneren und weisen auf einen früheren Entwicklungsstau hin

Probleme und Krisen sind keine Schande, sondern ein natürlicher Bestandteil des Lebens und kündigt innere Wachstumsprozesse an. Wenn wir das akzeptieren, sind wir schon ein ganzes Stück weiter. Manche Probleme können wir selbst lösen, andere sind hartnäckig und weiten sich zu immer größer werdenden Krisen aus. Je länger wir eine Krise aushalten, desto mehr leiden wir. Wenn wir jedoch wüssten, dass sich unter den meisten Problemen in der Regel biografisch bedingte Entwicklungsstaus verstecken – die zumeist in der frühen Kindheit und Jugend entstanden sind – wären wir ermutigt, diese nun auf der erwachsenen Ebene lösen zu dürfen. Paare und Einzelpersonen, die eine Beratung aufsuchen, sind oft erstaunt, wie rasch sich manche Probleme auflösen lassen, die zuvor noch unlösbar erschienen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle die am meisten gestellten Fragen beantworten:

Wir streiten uns ständig – kann uns eine Paarberatung wirklich helfen?

Antwort: Nicht jeder Streit ist ein Alarmsignal. Streit kann eine erregte Diskussion sein, die der Konfliktbereinigung dient und nicht verletzen muss. Es kommt also auf das Wie an. Häufig geht es beim Streit jedoch um Rechthabenwollen um jeden Preis, um Machtkonflikte, die aus einem Ungleichgewicht entstehen. Und weil niemand von seiner Haltung abrückt und sich selbst überprüft, werden gegenseitige Vorwürfe und Vorhaltungen immer verletzender. Wer dauerhaft unter Kränkungen leidet und sich permanent als Opfer sieht, sollte sich so schnell wie möglich auf den Weg machen, damit die eigentliche Ursprungsgeschichte ans Licht kommt. Was viele nicht wissen: In Paarbeziehungen wird häufig das wiederholt, worunter man schon in seiner Herkunftsfamilie gelitten hat. Alte Unterlegenheits-und Ohnmachtsgefühle treten zutage und wollen sich Geltung verschaffen. Das Wissen darum kann befreiend sein, weil es nicht um Schuldzuweisung und die Suche nach Sündenböcken geht, sondern darum, wie Interessenskonflikte und Unterschiede auf einer reifen Ebene gelöst werden können.

Mein Mann/meine Frau will keine Beratung in Anspruch nehmen – macht es trotzdem Sinn alleine zu kommen?

Antwort: Niemand darf zu einer Beratung gedrängt werden. Wer nur dem anderen zuliebe mitgeht und eigentlich keine Notwendigkeit darin sieht, ist oft nur mit dem halbem Herzen dabei. Deshalb sollte sich immer derjenige auf den Weg machen, der bereit ist, zunächst eine Veränderung bei sich selbst vorzunehmen. Auch wenn es sich um einen Paarkonflikt handelt, verbirgt sich darunter in der Regel ein persönliches Dilemma. Für einen ersten Schritt reicht es deshalb schon aus, die eigene innere Dynamik besser zu verstehen und rechtzeitiger zu erkennen, um das übliche Reaktionsmuster schrittweise zu verändern – meist verbessert sich damit auch die Beziehungsebene. Das Gute daran ist: Wer sich um seine eigene Weiterentwicklung kümmert, übernimmt Eigenverantwortung, und das ist der Grundstock für gelingende Beziehungen. Lesen Sie dazu meinen Beitrag: Warum aus der Partnerschule eine BeziehungsWerkstatt geworden ist.

Müssen wir in einer Beratung alles auf den Tisch legen?

Antwort: Jeder hat das Recht, nur das von sich preis zu geben, was er erzählen will. Niemand wird zu etwas gedrängt. Die Erfahrung zeigt, je offener und vertrauensvoller das emotionale Klima während der Beratungen und Coachings ist, desto schneller können sich Menschen öffnen.

Wie lange dauert eine Beratung und wie teuer ist sie?

Antwort: Generell lässt sich sagen, je eher man sich auf den Weg macht, desto kürzer ist die Dauer der Beratung. Meist reichen zu Beginn 3 bis 4 Termine von 2 bis 3 Stunden, um die gewonnenen Erkenntnisse im Alltag umzusetzen. Eine Beratung kostet 80,- Euro pro Stunde, für Paare 150,- Euro pro Stunde. Gerne können Sie auch zu einem kostenfreien Kennenlernen zu mir kommen, bevor Sie sich für eine Beratung entscheiden.

Besonders nachhaltig und erfolgreich wirkt sich ein biografisches 2 Tage Einzel- Coaching aus, das ich für 450,- Euro am Tag als Arbeitseinheit anbiete. Diese Form des Coachings beinhaltet die Arbeit an der eigenen Lebengschichte, sowie eine Traumazuordnungsarbeit durch sorfältige Analyse und Sichtbarkeit der familiären Bindungssysteme.

Übernehmen Krankenkassen die Kosten?

Antwort: Krankenkassen beteiligen sich generell nicht an den Kosten für eine Paarberatung oder ein Einzel- Coaching. Allerdings werden manche Menschen durch dauerhafte Paarkonflikte körperlich und/oder seelisch krank und müssen Fachärzte und Psychologen aufsuchen oder werden in eine Psychiatrie eingewiesen. In der Regel haben kassenärztliche Praxen sehr lange Wartezeiten. Der Vorteil meiner privaten Praxis liegt darin, dass die Wartezeiten extrem kurz sind und die Kosten der Beratung eine Investition in die eigene Weiterentwicklung sind, die sich langfristig auszahlt. Zu bedenken gilt auch, dass eine Scheidung erheblich mehr Kosten verursacht – nicht nur auf finanzieller Ebene, sondern vor allem auf der psychischen Ebene.

Was unterscheidet eine Paar-und Einzelberatung von einer Therapie?

Antwort: In der Paar -und Einzelberatung werden zunächst die aktuellen Konflikte und Probleme besprochen. Da ich nicht nur biografisch, sondern ergeänzend mit dem Konzept der Partnerschule arbeite, werden wir gemeinsam und praxisnah etwas Neues einüben, das sich im Alltag bewährt. Es geht also nicht nur um ein besseres miteinander Reden und aufmerksames Zuhören, sondern darum, auf emotionaler Ebene etwas Neues zu lernen. Aus der Beratung kann eine therapeutische Begleitung werden, wenn sich unter einer Krise beispielsweise traumatisch bedingte Verlusterfahrungen zeigen.

Gibt es eine Garantie, dass wir zusammen bleiben, wenn wir eine Paarberatung in Anspruch nehmen?

Antwort: Wer wie im Märchen auf ein dauerhaftes Happy End hofft, wird überrascht sein zu erfahren, dass auch das Ende einer Beziehung ein richtiger Schritt sein kann. In jeder Paar –und Einzelberatung geht es zunächst darum, die Kompetenzen jedes Einzelnen zu stärken und sich seiner erworbenen Bewältigungsmuster bewusst zu werden. Probleme und Krisen entstehen ja unter anderem, weil biografisch bedingte Unterschiede im Miteinander nicht akzeptiert werden können und daraus resultierend, untaugliche Bewätigungsstrategien angewendet werden. In der Beratung wird daran gearbeitet, eine stabile Nähe und Autonomie zu sich selbst aufzubauen, damit ein verständnisvolles Miteinander gelebt werden kann, auf das man sich auch bei Problemen und in Krisenzeiten verlassen kann. Wer seine eingefahrenen Stressmuster rechtzeitig erkennt, lernt seine Emotionen bewusst zu steuern und kommt in seine Klarheit, die zu einer angemessenen Entscheidung führt.

Gibt es eine Erfolgsquote?

Antwort: Bei sieben von zehn Paaren, die ein biografisches Einzelcoaching in Anspruch nahmen, haben sich das Beziehungsleben und die eigene Zufriedenheit deutlich gesteigert. Bei den anderen Paaren zeigte sich, dass eine vorübergehende oder endgültige Trennung für beide der bessere Weg ist. Dann geht es darum, eine annehmbare Aussöhnung zum Gewesenen zu finden, damit die Altlasten nicht in die nächste Beziehung mit hineingenommen werden und weiteren Schaden anrichten.

Wir haben sexuelle Probleme – sind wir damit bei Ihnen richtig?

Antwort: Aus meiner langjährigen Praxiserfahrung lässt sich feststellen, dass unter den meisten sexuellen Störungen, weniger sexuelle Funktionsstörungen liegen, sondern ein bislang unerkanntes partnerschaftliches Beziehungsproblem liegt. Die Ursachen sind vielfältig und müssen immer individuell angeschaut werden. Oftmals handelt es sich um Paare, die in emotional einengenden und klammernden Beziehungsmustern leben, die jede Lust und Erotik ersticken. Ebenso sind unbewusste Dominanzkämpfe eine Ursache, wo derjenige mit weniger Lust, das gesamte Beziehungsgeschehen steuert. Ein häufiger Grund findet sich in einer frühkindlich erlebten, körperfeindlichen, streng religiösen Moralvorstellung oder in sexuellen Übergriffen, die nicht verarbeitet sind. Es geht also nicht darum, neue Techniken zu lernen, sondern als um das Aufdecken von unerkannten Traumata und anderen Störungsfeldern. Daran anschließen kann sich ein Genusstraining für Paare, in dem ein genussvolles und zärtliches Miteinander stattfinden kann.

Lohnt sich eine Paar-oder Biografieberatung auch für Menschen zwischen 60 und 80?

Antwort: Das Interesse an der inneren Weiterentwicklung ist eine Voraussetzung für geistige und seelische Gesundheit. Ob man dafür eine Beratung in Anspruch nimmt, Seminare oder Vorträge besucht – alles was dem Leben Sinn verschafft, trägt zur geistigen Gesundheit und seelischer Ausgeglichenheit bei. Im Laufe des Älterwerdens ändern sich die Lebensprioritäten erneut. Innere Wandlungsprozesse kündigen sich meist vor dem Ruhestand an und weisen auf neue Aufgabenfelder hin. Mit sechzig Jahren verfügen viele Menschen zudem noch über genügend vitale Kräfte um einen psychischen Hausputz vorzunehmen, damit gefährliche Altlasten abgebaut werden können.

Vor allem die Kriegs-und Nachkriegsgeborenen sind durch unverarbeitete Traumata seelisch stark belastet. Spätfolgen sind übersteigerte Ängste, Panikstörungen, übermäßige Sorgen und Depressionen, die sich im Älterwerden einen Weg bahnen und einen gütigen Lebensrückblich verhindern. Vielen hilft es schon, über das Erlebte reden oder schreiben zu dürfen.

Die Arbeit an der eigenen Biografie – die Freud wie Leid gleichwertig zu integrieren weiß – leistet einen Beitrag zur Salutogenese. Wer sein Leben bis zum Schluss als fortwährenden Entwicklungszyklus begreift, bleibt auf der geistigen und seelischen Ebene vital. Ich biete neben persönlichen Gesprächen auch das biografisches Schreiben in Einzelarbeit an, was für viele Menschen um die sechzig zu einer neuen Energiequelle wird.

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Informationen eine erste Orientierung geboten haben und Sie interessiert daran sind, Ihrem Leben oder Ihrer Beziehung eine neue Ausrichtung zu geben.

Herzlichst
Brigitte Hieronimus

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