2020  „Wie wir aus Ver-Wicklungen zur individuellen Ent-Wicklung finden“

2020 „Wie wir aus Ver-Wicklungen zur individuellen Ent-Wicklung finden“

By am Nov 30, 2019 in Aktuelles, Biografieberatung, Partnerschule | 0 comments

Liebe Leserschaft,

mein Anliegen, Zusammenhänge von Traumata aufgrund früh erlebter Bindungsstörungen sichtbar zu machen, scheint ein Lebensauftrag geworden zu sein. Gerne möchte auch ich dazu beitragen, interessierte Menschen zu ermutigen, sich aus diesen emotionalen Verwicklungen heraus zu entwickeln, damit Beziehung, Partnerschaft und Elternschaft gelingt.

Wie das gehen könnte, erkläre ich Ihnen, wenn Sie sich Zeit nehmen, weiter zu lesen …

Beginnen wir zunächst bei der Quelle, dem Ursprung allen Seins. Bei der Mutter!

Es gab Zeiten – und es gibt sie immer noch, auch wenn es in vielen Ländern keinen Krieg mehr gibt – da haben Mädchen und Frauen in schrecklichen und unaushaltbaren Zuständen leben müssen. Sie wurden misshandelt, gequält, geschlagen und fanden weder Schutz noch Zuflucht. Meist geschah das in Kriegszeiten. Die weibliche Ahnenkette ist lang, wenn wir auf unsere eigene Geschichte zurückschauen.

Aus der Bindungsforschung ist bekannt, dass Babys und Kleinkinder sich an den Gefühlen und Empfindungen der Mutter festsaugen und damit identifizieren. Bindungsunsichere Mütter leiden unter ängstlichen oder ambivalenten Gefühlen. Verwickelt sich das Kind darin, reagiert es verwirrt und unsicher auf seine Umwelt. Mit dem angeborenen Bindungsbedürfnis wendet sich das Kind aber nicht nur an die Mutter, sondern auch an weitere Bezugsgspersonen. Vor allem Großmütter, die ihre Enkel betreuen, spielen dabei einen wesentliche Rolle. Erfährt das Kind keine oder nur unzureichende Resonanz, wird es sogar abgelehnt, emotional oder körperlich vernachlässigt oder gar weg gegeben, klammert es sich an das Wenige, was zur Verfügung steht oder resgniert und zieht sich in sich selbst zurück. Doch nicht nur das Bindungsbedürfnis, sondern vor allem die Bindungsbereitschaft bildet die Basis, aus der sich alle weiteren Beziehungen formen und diese gedeihen oder scheitern lassen.

Und so habe ich mich gefragt, wie Menschen aus Verwicklungen herausfinden. Das Wissen über die eigene biografische Vergangenheit sowie über mögliche traumatische Erfahrungen, ist hilfreich, um sich selbst besser zu verstehen. Dadurch ist es möglich, einen stabilen Willen zu entwickel und sich bewusst mit seinen Bindungsstörungen auseinander zu setzen, damit sie nicht länger an die nächste Generation weiter vererbt werden.

Einige weichen verständlicherweise zurück, wenn sie den Begriff „Trauma“ hören. Man könnte ja auch sagen, es handelt sich um unerlöste seelische Konflikte, doch das trifft in vielen Fällen den Kern der Sache nicht … was aber könnte der bessere Begriff sein? Mit dieser Frage habe ich mich schon Ende 2018 an den Göttinger Hirnforscher Gerald Hüther gewandt, der mir folgendes dazu schrieb:

„Ich denke auch, dass wir ein besseres Wort für „Trauma“ finden müssen, auch eines, was diesen Begriff von dem psychiatrischen Beigeschmack befreit. Eigentlich sind wir ja alle auf die eine oder andere Weise traumatisiert. Im Moment spiele ich mit der Idee, dass es im Leben ja um Entfaltung der in jedem Menschen angelegten Möglichkeiten, also seiner Potenziale geht. Dabei kann es zu Verwicklungen kommen, die dann auch als Erkrankungen in verschiedensten Formen zutage treten. Diese Verwicklungen sind das, was wir mit dem Begriff Trauma, bzw. mit den Versuchen zu dessen Bewältigung gemeint ist. Gesund werden und wieder zurückfinden in diesen ursprünglich ja einmal stattgefundenden Entfaltungsprozess kann eine Person aber nur dann, wenn sie sich aus diesen Verwicklungen herauslöst. Alleine ist das kaum zu bewältigen, es braucht jemanden, der diesen Menschen dabei begleitet. Das wäre dann das, was mit dem Begriff Entwicklung gemeint ist. Diese Betrachtungsweise gefällt mir sehr gut …“

Dem kann ich nur zustimmen und es ist ein gutes Gefühl für mich, die biografische Entwicklungsarbeit professionell unabhängig anzubieten zu können und keinen formalen Zwängen zu unterliegen – und ja es stimmt, es braucht jemanden, der diesen Prozess warmherzig begleitet; das müsste jemand sein, der das Leben weitestgehend verstanden (und nicht nur analysiert) hat; jemand der weise genug geworden ist, um Menschen durch die Untiefen ihrer Vergangenheit sicher herauszuführen – und zwar ohne eine klinische Diagnose zu stellen.

Sollten Sie also wissbegierig genug sein, sich Ihr Leben genauer anzuschauen, oder gar den Eindruck haben, dass Sie in etwas verwickelt wurden, aus dem Sie von selbst nicht heraus finden, lade ich Sie herzlich in mein Seminarhaus ein.

Gemeinsam werden wir erkunden, worin man verwickelt wurde, wo die Ursachen liegen, welche Auswirkungen dies alles auf das eigene Leben hat und wie man die eigene Entwicklung erneut voranbringen kann.

Der Lohn ist die Fähigkeit, sich wieder voller Freude zu entfalten.

Das wäre dann das, was man Selbstheilung nennt ….

Mit einem herzlichen Gruß

Brigitte Hieronimus

 

 

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