„Wie wir aus Ver-Wicklungen zur individuellen Ent-Wicklung finden“

„Wie wir aus Ver-Wicklungen zur individuellen Ent-Wicklung finden“

By am Nov 10, 2020 in Aktuelles, Biografieberatung, Partnerschule | 0 comments

Liebe Leser und Leserinnen,

mein Anliegen, Zusammenhänge frühkindlicher Bindungsstörungen und störanfällige Beziehungsmustern unter erwachsenen Menschen, sichtbar zu machen, scheint ein Lebensauftrag geworden zu sein. Daher möchte ich interessierte Menschen ermutigen, sich aus emotional belastenden Verwicklungen heraus zu entwickeln, damit Beziehung, Partnerschaft und Elternschaft gelingen kann.

Wie das gehen könnte, erkläre ich Ihnen, wenn Sie sich Zeit nehmen, weiter zu lesen …

Beginnen wir zunächst bei der Quelle, dem Ursprung allen Seins. Bei der Mutter!

Es gab Zeiten – und es gibt sie immer noch, auch wenn es in vielen Ländern keinen Krieg mehr gibt – da haben Mädchen und Frauen in schrecklichen und unaushaltbaren Zuständen leben müssen. Sie wurden misshandelt, gequält, geschlagen und fanden weder Schutz noch Zuflucht. Meist geschah das in Kriegszeiten. Die weibliche Ahnenkette ist lang, wenn wir auf unsere eigene Geschichte zurückschauen. Wenn Frauen derartig Schreckliches erleben, müssen sie nach Lösungen suchen, wie sie das Erlebte bewältigen. Um das Schreckliche zu vergessen, musste es verdrängt und abgespalten werden. Viele Frauen die Mütter wurden, haben sich deshalb gefühlsarm bis gefühlskalt verhalten. Andere waren emotional instabil oder abhängig. Deren Kinder wurden häufig in die Lage gebracht, sich um das Wohlergehen der Mütter zu kümmen, sie emotional nicht zu belasten und zu unterstützen. Sie haben lernen müssen, ihre Bedürfnisse zurück zu stellen oder sich aufzuopfern. Die Lösungsversuche der Kinder sind dann das, was sie selber mit ins Leben nehmen.

Aus der pränatalen Bindungsforschung ist bekannt, dass schon Ungeborene Babys sich an den Empfindungen der Mutter festsaugen. Sie fühlen Stress, wenn die Mutter Stress hat, und sie fühlen Angst, wenn die Mutter Angst hat. Bindungsunsichere Mütter leiden häufig schon in der Schwangerschaft unter ambivalenten Gefühlen. Wollen sie dieses Kind? Können sie Liebe empfinden? Legt sich die Unsicherheit der Mutter nicht, kann das Kind nach der Geburt verwirrt und unsicher auf seine Umwelt reagieren. Mit seinem angeborenen Bindungsbedürfnis wendet sich das Kind aber nicht nur an die Mutter, sondern auch an weitere Bezugsgspersonen. Vor allem Großmütter, die ihre Enkel intensiv betreuen, spielen dabei einen wesentliche Rolle.

Erfährt das Kind im Laufe seiner weiteren Entwicklung z.B. keine oder nur unzureichende Resonanz, wird es abgelehnt, emotional oder körperlich vernachlässigt oder weg gegeben, klammert sich das Kind an das Wenige, was ihm zur Verfügung steht oder es resgniert und zieht sich in sich selbst zurück. Doch nicht nur das Bindungsbedürfnis des Kindes ist auschlaggebend, sondern es ist die Bindungsbereitschaft der Mutter zu ihrem Kind, was eine gesunde Basis ausmacht. Natürlich spielt auch der Vater in der Bindungsthematik eine tragende Rolle. Von ihm erfährt das Kind eine ergänzende Resonanz und eine erweiterte Sichtweise auf die Welt. Ist der Vater gerne Vater, kann er dem Kind Fürsorge und Stabilität vermitteln. Ist der Vater ungern Vater geworden, weil er in seiner Kindheit einen unnahbaren oder strafenden Vater erlebte, überträgt dich dieses Muster häufig auf seine Kinder, die unter der Abwesenheit oder „Opferrolle“ des Vaters leiden. Kinder versuchen alles, um emotionale Zuwendung und elterliche Aufmerksamkeit zu  bekommen und verwickeln sich aus diesem Grund, in die Gefühlslage der Eltern.

Im Laufe meiner langjährigen Tätigkeit ist mir immer klarer geworden, wie bedeutsam diese frühkindklichen Verwicklungen für das spätere Leben sein können. Das Wissen über die eigene biografische Vergangenheit sowie über mögliche traumatische Erfahrungen, erscheint mir daher hilfreich, um sich selbst besser zu verstehen. Dadurch wird es möglich, einen stabilen Willen zu entwickeln, um sich bewusst mit seinen Bindungsstörungen auseinander zu setzen. Der Gewinn wäre, dass diese Störungen nicht länger an die nächste Generation weiter vererbt werden.

Verständlicherweise weichen viele zurück, wenn sie den Begriff „Trauma“ hören. Man könnte ja auch sagen, es handelt sich um unerlöste seelische Konflikte, doch das trifft in vielen Fällen den Kern der Sache nicht … was aber könnte der bessere Begriff sein? Mit dieser Frage habe ich mich 2018 an den Göttinger Hirnforscher Gerald Hüther gewandt, der mir folgendes dazu schrieb:

„Ich denke auch, dass wir ein besseres Wort für „Trauma“ finden müssen, auch eines, was diesen Begriff von dem psychiatrischen Beigeschmack befreit. Eigentlich sind wir ja alle auf die eine oder andere Weise traumatisiert. Im Moment spiele ich mit der Idee, dass es im Leben ja um Entfaltung der in jedem Menschen angelegten Möglichkeiten, also seiner Potenziale geht. Dabei kann es zu Verwicklungen kommen, die dann auch als Erkrankungen in verschiedensten Formen zutage treten. Diese Verwicklungen sind das, was wir mit dem Begriff Trauma, bzw. mit den Versuchen zu dessen Bewältigung gemeint ist. Gesund werden und wieder zurückfinden in diesen ursprünglich ja einmal stattgefundenden Entfaltungsprozess kann eine Person aber nur dann, wenn sie sich aus diesen Verwicklungen herauslöst. Alleine ist das kaum zu bewältigen, es braucht jemanden, der diesen Menschen dabei begleitet. Das wäre dann das, was mit dem Begriff Entwicklung gemeint ist. Diese Betrachtungsweise gefällt mir sehr gut …“

Auch mir gefällt dieser Ansatz und es ist ein gutes Gefühl für mich, die biografische Entwicklungsarbeit unabhängig anbieten zu können, weil sie keinen formalen Zwängen unterliegt und ich keine klinische Diagnose stelle.

Und ja es stimmt, es braucht jemanden, der diesen Prozess begleitet; das müsste dann jemand sein, der das Leben weitestgehend versteht (und nicht nur analysiert); jemand der liebevoll und wertfrei geblieben ist, um Menschen durch die Untiefen ihrer Vergangenheit sicher herauszuführen.

Sollten Sie wissbegierig genug sein, sich Ihr Leben genauer anzuschauen, oder gar den Eindruck haben, dass Sie in etwas verwickelt wurden, aus dem Sie von selbst nicht wieder heraus finden, lade ich Sie herzlich in mein Seminarhaus ein. Gemeinsam werden wir dann erkunden, worin man verwickelt wurde, wo die Ursachen liegen, welche Auswirkungen dies alles auf das eigene Leben hat und wie man die eigene Entwicklung erneut voranbringen kann.

Der Lohn ist die Fähigkeit, sich voller Freude zu entfalten.

Das wäre dann das, was man Selbstheilung nennt ….

Mit einem herzlichen Gruß

Brigitte Hieronimus

 

 

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